Treuchtlingen und Hellenen siegen beim VBT

Wolnzach, 5./6.9.15. Mit gemischten Gefühlen schlossen die Wolnzacher Herren1 (1:2 Siege) und Damen1 (0:3) am Wochenende ihr heimisches Vorbereitungsturnier ab. Unersetzbar war allerdings die gewonnene Spielpraxis, gleich drei Spiele galt es am jeweiligen Turniertag gegen die unterschiedlichsten Gegner zu bestreiten. Bei den Herren gewann am Samstag der VfL Treuchtlingen (1. Regionalliga), bei den Damen am Sonntag der BC Hellenen (Bayernliga).

Die beiden Siegerteams: links Treuchtlingen, rechts der BC Hellenen.

Die beiden Siegerteams: links Treuchtlingen, rechts der BC Hellenen.

Bei den Herren dominierte am Samstag Treuchtlingen die Gruppe Eins. Mit drei klaren, zweistelligen Siegen wurde der Gruppensieg mit einer Korbdifferenz von insgesamt +40 eingefahren. Das Fehlen von Topsspielern wie Stefan Schmoll und Peter Maischak störte den VfL nur wenig, immerhin waren Tim Eisenberger, Volker Lang und Claudio Huhn in Wolnzach mit dabei und sicherten mit je 13 Punkten den Finalsieg gegen den MTSV Schwabing (48:36). Unterstützung erhielten die Mittelfranken von einer guten Handvoll Spieler aus der letztjährigen Bezirksoberligameistermannschaft, also Spielern, die den Wolnzachern heuer noch in der Bayernliga Mitte begegnen werden. Schwabing — ebenfalls mit 3:0 Siegen nach der Gruppenphase — spielte das Finale ohne die erfahrenen Kamillo Rosenthal und Moritz Wohlers und glich die Partie nach einem schwachen Start (2:13, 8. Min.) dank einem starken dritten Viertel (15:3) und Philippe Mukendi (16 Pkt. im Finale) noch einmal aus, ehe die Kräfte gegen die Treuchtlinger endgültig nachließen.

Volker Lang (li.) und die Treuchtlinger setzten sich im Finale gegen Schwabings 21-jähriges Nachwuchstalent Ole Sebald durch, der 14/15 für Crailsheim seine erste Erstligaerfahrung ssammelte.

Volker Lang (li.) und die Treuchtlinger setzten sich im Finale gegen Schwabings 21-jähriges Nachwuchstalent Ole Sebald (re.), der 14/15 für Crailsheim seine erste Erstligaerfahrung sammelte, durch.

In Gruppe Eins sicherte sich Dachau (2. Regionalliga, -6 Korbdifferenz) um US-Neuzugang Willis (24,7 Pkt., 4,3 Dreier) im Dreiervergleich den zweiten Platz vor München Basket (1. Regionalliga, -13) und den Regensburg Baskets (2. Regionalliga, -21). Die Wolnzacher verschenkten in den letzten Sekunden den zweiten Platz in Gruppe Zwei im Spiel gegen die Bad Aibling Fireballs (2. Regionalliga). Bad Aibling trat zwar ohne Leistungsträger wie David Bergfeld und Claus Weiß an, aber gewann durch das Trio Urald King (16,7 Pkt.), Simon Bradaric (16,0) und Yasin Mohamed (10,3) an Kraft. Drei Minuten vor Schluss schafften es die Hallertauer gegen die Fireballs nicht, einen 56:50-Vorsprung über die Bühne zu bringen. US-Neuzugang King, den die Wolnzacher auf acht Zählern halten konnten, gelang nach zwei vergebenen Wolnzacher Freiwürfen ein „coast-to-coast“-Buzzer-Beater zum 57:56, der Bad Aibling den zweiten Gruppenplatz sicherte. Immerhin gelang den Wolnzachern, die sich gegen Schwabing mit 40:48 auch schon ordentlich verkauft hatten, gegen ein unterbesetztes, siegloses Neustadt a. d. Waldnaab noch ein 54:38-Sieg. Regionalligaaufsteiger Neustadt fehlten ein, zwei große Spieler, zudem verletzte sich Führungsspieler Tobias Merkl relativ früh im Turnierverlauf. Nachwuchsspieler Thorben Woldt spielte ein klasse Turnier für die Wolnzacher und führte sein Team mit 7,3 Punkten und 5,3 Rebounds an. Trotz einiger Leichtsinnsfehler in der Verteidigung, wo die Wolnzacher laut Power Forward Tobias Speth „klarer und mehr miteinander kommunizieren hätten müssen“, spielten die Wolnzacher Herren die zweitbeste Verteidigung des Turnieres (47,7 zugelassene Punkte). Zudem probierte Coach Mike Urban am Samstag 16 verschiedene Spieler aus, acht davon erzielten im mannschaftsorientierten Ansatz 5,0 oder mehr Punkte.

Links: Nicht ganz reichte es für die Wolnzacher gegen Bad Aibling mit Urald King (blau, #11). Rechts: gegen Neustadt brachte die zweite Halbzeit und das kontinuierliche Engagement in der Defense den Sieg.

Links: Nicht ganz reichte es für die Wolnzacher gegen Bad Aibling mit Urald King (blau, #11). Rechts: gegen Neustadt brachten die zweite Halbzeit und das kontinuierliche Engagement in der Defense den Sieg.

Viele neue Spieler warf auch der neue Wolnzacher Damen1-Trainer Tobias Fuchs am Sonntag in der Gruppe Zwei ins Rennen. Für eine kleine Ãœberraschung sorgte allerdings eine „alte“ Damen1-Spielerin: Katharina Steinbach führte ihr Team mit 7,0 Punkten pro Partie an und spielte mit viel Selbstvertrauen ein tolles Turnier auf der Aufbauposition. Leider konnte dies nicht einen Wolnzacher Totalaussetzer pro Spiel verhindern. Gegen die Bayernligisten der Regensburg Baskets (19:34) war es das erste Viertel (2:12), gegen den Bayernligisten BC Hellenen (31:48) das zweite Viertel (5:18) und gegen die WNBL aus Wasserburg (42:61) im Spiel der Gruppendritten das dritte Viertel (5:20). „Es hapert immer noch bei der Genauigkeit im Angriffsspiel“, so Fuchs, „unsere Konzentrationslöcher lassen immer wieder schnelle Runs zu.“ Katharina Steinbach befand das Turnier als eine „wichtige Ist-Zustand-Analyse“, die vor allem für das am Wochenende folgende Trainingslager behilflich sein soll. Den Gruppensieg holten sich die Hellenen, die gegen Regensburg noch 53:39 gewannen.

Links: Eva Ulshöfer versucht die Regensburg Zone zu knacken. Mitte: Claudia Huber mit dem Baby Hook. Rechts. Bettina Seidl und die Wolnzacher in der Transition.

Links: Eva Ulshöfer versucht die Regensburger Zone zu knacken. Mitte: Claudia Huber mit dem Baby Hook. Rechts. Bettina Seidl und die Wolnzacher in der Transition.

Die Gruppe Eins dominierte der unterbesetzte Regionalligist Jahn München mit Siegen gegen Wasserburg (80:34) und Bezirksoberligist Neuötting (66:30), ehe im sehr ausgeglichenen Finalspiel die Hellenen um Haaresbreite mit 44:43 den Sieg gegen Jahn München davontrugen. Aufbau Pippa Rupperti erzielte elf, Julia Sturm neun und Theresa Streng sieben Zähler, auf Seiten des BC Hellenen Jana Thielemann 12, Paul zehn und Maria Civeira acht. Das Spiel der Gruppenzweiten sicherten sich die Regensburger mit 36:35 nach Verlängerung gegen Neuötting.

Links: Theresa Streng initiert einen Spielzug für Jahn München, den Basti Sturm (Mitte links) erklärt hat. Rechts: Konstantin Kirsch und Flügelspielerin Adele beim Sprungwurf.

Links: Theresa Streng initiert einen Spielzug für Jahn München, den Basti Sturm (Mitte links) erklärt hat. Rechts: Hellenen-Coach Konstantin Kirsch und-  seine Flügelspielerin Adele beim Sprungwurf.

ERGEBNISÃœBERSICHT

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TSV WOLNZACH HERREN1 (vs. Schwabing/Bad Aibling/Neustadt): Steinbach (0/0/0), Etedali (2/0/-), Kappelmeier (4/6/6), Biersack L (0/3/0), Leichtl (0/6/3), Jureczek (9/-/2), Schinhammer (2/1/4), Schachtner (4/2/-), Eichmüller (3/2/5), Speth (4/6/8), Hoffmeister (6/8/5), Fuchs T (5/6/6), Woldt (1/11/10), Hurzlmeier (-/-/5), Oberndorfer (-/5/-), Linkenbach (-/-/0).

TSV WOLNZACH DAMEN1 (vs. Regensburg/Hellenen/Wasserburg): Ulshöfer (0/4/0), Seidl (0/0/4), Biersack (2/3/5), Merkl (0/0/0), Trinkl (0/0/2), Gorny C (2/2/0), Beck (5/2/0), Strujan (0/9/6), Braun (2/1/3), Gorny V (0/-/-), Steinbach (8/4/9), Huber (0/2/13).

Bericht auf INTV (7.9.15): http://www.intv.de/sendungen/sportpanorama/

Bericht auf Hallertau.info: http://www.hallertau.info/index.php?StoryID=178&newsid=90923

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STIMMEN ZUM TURNIER

Tobias Fuchs (Damen1 Head-Coach): „Im bisherigen Trainingsbetrieb konnte die Offense noch nicht wie gewünscht einstudiert werden. Es war klar, dass wir es mit dem neuen Kader in dieser Konstellation am Anfang schwer haben würden. Aber die Mädls sind mehr und mehr reingekommen. Es wäre besser gewesen, vor dem Turnier das Trainingslager zu haben, aber man hat gesehen, dass das Verteidigungskonzept gut verinnerlicht wurde. Wenn jetzt noch die Offensive mit Struktur dazukommt, bin ich für die Saison guter Dinge.“

Tobias Speth (Herren1):-  „Aufgrund der Vorbereitung, die durch zwei HIT-Phasen für die körperliche Fitness und das Trainingslager für technisches und taktisches Knowhow sorgte, konnten wir uns ganz gut gegen Teams der Regio 1 und 2 behaupten. Vor allem in der Defensive hätten wir allerdings mehr und teilweise klarer in manchen Situationen miteinander kommunizieren müssen.“

Thorben Woldt (Herren1): „Grundsätzlich war ich besonders heiß aufs VBT, weil ich die ersten beiden Testspiele aufgrund von Verletzungen nicht bestreiten und am Samstag fit in die Spiele gehen konnte. Die Spiele liefen besser als die davor, da wir einfach mehr Energie hatten, davor hatten das Trainingslager und Konditionstrainings ziemlich die Kräften geraubt. Persönlich genieße ich es einfach jedes Mal aufs Neue, gegen so gute Mannschaften zu spielen. Das gibt mir den letzten Kick, wenn ich um den Rebound kämpfe. In der Offense hab ich einfach meinen Kopf frei bekommen und die Würfe mit Selbstbewusstsein genommen.“

Luisa Beck (Damen1): „Unsere Kondition war ausbaufähig, in der Offensive besteht auch noch Ãœbungsbedarf. Defensiv hat es zum Teil super geklappt, die Teamchemie war auch gut, so kann man gut zusammen spielen. Mir persönlich hat das Turnier gezeigt, woran ich noch arbeiten muss. Ich kann meine Position im Team besser einschätzen und besser sagen, was in der Saison auf mich zukommt.“

Katharina Steinbach (Damen1): „Das Turnier hat beim Zusammenfügen des neuen Teams geholfen, es gab uns erste Spielerfahrung in dieser Konstellation. Wir konnten bereits erlernte Taktiken üben und eine Ist-Zustand-Analyse machen, die dem Trainer für die Planung des Trainingslagers behilflich sein wird. Im Angriff hätten wir trotzdem noch besser sein müssen, zum Beispiel die Struktur gegen Druck zu halten und hochprozentiger abzuschließen.“

Unsere Stimmen zum Turnier (v. li.): Tobias Fuchs, Tobias Speth, Thorben Woldt, Luisa Beck und Katharina Steinbach.

Unsere Stimmen zum Turnier (v. li.): Tobias Fuchs, Tobias Speth, Thorben Woldt, Luisa Beck und Katharina Steinbach.